Pelmeni Rezept - Pelmeni: für viele das bekannteste Gericht der russischen und belarussischen Küche
Pelmeni sind sicher eines der bekanntesten russischen Gerichte. Dennoch wird, wenn es um Pelmeni geht, oft hinzugefügt, es handele sich um "Teigtaschen mit Fleischfüllung" oder um "eine Art Maultaschen". Auch Vergleiche mit italienischen Ravioli werden immer wieder bemüht, um dem mit der russischen Küche nicht vertrauten eine Vorstellung von dem zu geben, was ihn erwartet. Ohne den Liebhabern von Maultaschen oder Ravioli zu nahe treten zu wollen, betrachtet der Autor diese Vergleiche beinahe als Sakrileg. Und wer einmal echte - ich meine vor allem handgemachte - Pelmeni geniessen durfte, wird mir wahrscheinlich zustimmen.
Pelmeni stammen ursprünglich aus Sibirien, wo sie noch heute vor dem ersten Frost zubereitet und im Freien eingefroren werden. Bei Bedarf hat man so binnen weniger Minuten eine sättigende und wohlschmeckende Mahlzeit - die im sibirischen Winter tiefgefrorenen Pelmeni müssen nur in kochendes Wasser gegeben werden. Pelmeni waren also mit die ersten Tiefkühl-Fertiggerichte. Wem die Zubereitung handgemachter Pelmeni (Rezept Pelmeni siehe unten) zu viel Aufwand bedeutet, kann auch auf fertige Pelmeni aus der Tiefkühltruhe zurückgreifen, die es in Belarus oder Russland in jedem Lebensmittelgeschäft gibt. In Deutschland finden sie tiefgefrorene Pelmeni nur in Spezialgeschäften für russische Lebensmittel, die es zumindest in allen größeren Städten gibt.
Fertige tiefgefrorene Pelmeni gibt es in unzähligen Variationen. Einige kann man schlichtweg nur als grauselig bezeichnen, andere sind ganz annehmbar. Aber selbst die allerbesten unter Ihnen kommen an den Geschmack echter - soll heißen handgemachter - Pelmeni natürlich nicht heran.
Das folgende Pelmeni Rezept sollte für 3-4 Personen ausreichen. Allerdings spricht auch nichts dagegen, eine größere Menge Pelmeni vorzubereiten, und die nicht sofort zum Verzehr bestimmten Pelmeni ungegart einzufrieren.
Zubereitung des Teiges
Zutaten:
Das Mehl, die Eier und Salz eine große Schüssel geben und zu einem festen, elastischen Teig kneten. Wenn Sie feststellen, daß der Teig zu fest wird, geben Sie ein wenig Wasser zu. Allerdings sollte der Teig nicht zu weich werden. Ganz am Ende geben Sie einen Teelöffel Öl (z.B. Sonnenblumenöl) dazu.
Der so vorbereitete Teig sollte nun etwa 30 Minuten ruhen. Um ein Austrocknen zu verhindern, den Teig dabei unbedingt mit einem feuchten Küchentuch abdecken oder mit etwas Öl einstreichen. Während der Teig ruht, können Sie nun die Hackfleischfüllung vorbereiten.
Zubereitung der Fleischfüllung
Zutaten:
Das Schweinefleisch sollte ruhig etwas fetter sein - nehmen Sie ausschliesslich mageres Fleisch, wird die Füllung am Ende zu trocken. Sofern Sie fertiges Hackfleisch kaufen, sollte es nicht zu grob sein - eventuell bitten Sie Ihren Fleischer, es ein zweites Mal durch den Fleischwolf zu drehen.
Besser ist es natürlich, das Fleisch selbst (auch hier am besten zweimal) durch den Fleischwolf zu drehen und dabei gleich Zwiebel und Knoblauch zuzugeben. Ansonsten drücken Sie den Knoblauch durch eine Knoblauchpresse und hacken die Zwiebel so fein als möglich (zu große Zwiebelstückchen drücken sich sonst leicht beim späteren Formen der Pelmeni durch den dünnen Teig.
Ganz am Ende geben Sie Salz und saure Sahne in die Fleischmasse, die dann eine lockere, geschmeidige Konsistenz haben sollte - erscheint Ihnen die Masse noch zu fest, können Sie etwas mehr saure Sahne untermengen.
Fertigstellung der Pelmeni
Den fertigen Teig rollen Sie nun ganz dünn aus (ruhig nur etwa 1mm Dicke). Wichtig dabei: den Teig vor dem Ausrollen NICHT noch einmal kneten und darauf achten, daß er nicht auf der Arbeitsfläche anklebt (ausreichend Mehl verwenden). Befreien Sie den fertig ausgerollten Teig von überschüssigen Mehl - z.B. mit einem Küchenpinsel - und stechen dann mit einem Glas Kreise von etwa 4-5 cm Durchmesser aus.
Geben Sie nun auf jedes Teigstück etwa 1-2 Teelöffel der vorbereiteten Fleischfüllung. Wieviel Füllung Sie verwenden, hängt von der Größe und Dicke der Teigstücke ab. Als nächstes klappen Sie die Teigstücke über, sodaß ein Halbkreis bzw. Halbmond entsteht und drücken die Ränder an - entweder mit einer Gabel oder Sie nehmen jedes Pelmen (Einzahl !) in die Hand und kneifen die Ränder mit den Fingerspitzen zusammen. Letzteres ist vielleicht weniger elegant, geht aber mit etwas Übung schneller und ist zudem zuverlässiger. Nichts ist ärgerlicher, als wenn die fertigen Pelmeni sich beim Garen öffnen. Idealerweise sollten alle Pelmeni verschlossen den Kochtopf verlassen.
Die fertigen Pelmeni geben Sie nun in einen großen Topf mit kochendem gesalzenem Wasser, dem 1-2 Lorbeerblätter und einige Pimentkörner zugefügt wurden. Die Pelmeni sind gar, wenn Sie an die Oberfläche schwimmen - werdendie Pelmeni mit etwas Butter und/oder saurer Sahne (Smetana) und Dill serviert, können sie sofort aus dem Sud genommen und serviert werden. Einige bevorzugen Pelmeni "wie Suppe", das heißt in einem tiefen Teller mit etwas von der Kochbrühe und eventuell zusätzlich saurer Sahne. In diesem Fall können die Pelmeni noch einige Minuten nach dem aufsteigen in der Brühe weiterkochen.
Die erste Abbildung zeigt eine Möglichkeit, Pelmeni ohne Nudelholz zu formen. Dabei wird zunächst aus dem fertigen Teig (z.B. laut obigem Pelmeni Rezept) eine etwa 1,5 bis 2 cm dicke Rolle geformt, von der dann etwa 1cm breite Scheiben abgeschnitten werden. Diese Abschnitte werden dann soweit breitgedrückt, daß wiederum sehr dünne Teigstücke entstehen. Das zweite Bild zeigt Pelmeni mit Smetana, zusätzlich kann man etwas feingehackten Dill obenauf streuen.
Wie bei praktisch jedem Rezept - Pelmeni machen hier keine Ausnahme - sind auch bei Pelmeni viele Abwandlungen denkbar - sie können statt nur Schweinefleisch auch einen Teil Rindfleisch verwenden, wie es z.B. in Russland bevorzugt wird, mit verschiedenen Gewürzen (Majoran, Muskatnuss) variieren oder Pilze in die Fleischfüllung geben.
Nebenbei: Die in manchem Pelmeni Rezept zu findende Bezeichnung "Pelmenis" beruht auf einem Irrtum - Pelmeni ist bereits die Mehrzahl, ein einzelnes Stück heißt Pelmen.
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