Nationalpark Belavezhskaya Puscha - Biosphären-Reservat
Die "Belavezhskaya Puscha" ist praktisch jedem Bewohner von Belarus vertraut. Die Bezeichnung Puscha bzw. Puschtscha ist eines der ausdrucksstärksten und wohlklingendsten Worte in der belarussischen Sprache. Der Klang dieses Wortes läßt den einheimischen Zuhörer sich einen großen, erhabenen, unberührten, jahrhundertealten Wald vorstellen, der seine ursprüngliche, urwüchsige Natur erhalten hat. Die deutsche Übersetzung mit "Urwald" gibt diese Assoziationen leider nur sehr ungenau wieder.
Den ersten Teil seines Namens verdankt der Wald einem vor mehr als 700 Jahren (zwischen 1276 und 1288) in der Nähe der Kleinstadt Kamianiec erbauten weißen Turm (Belaya Vezha). Der ursprüngliche Name des Turms ist Kamyaneckaya Vezha - nach dem Namen der Stadt. Der Turm (belarussisch "vezha") hatte seinerzeit eine militärische Funktion - die frühzeitige Warnung vor herannahenden feindlichen Truppen. Zur Zeit seiner Entstehung war der Turm selbst von einem dichten Wald umgeben. Heutzutage ist die Belaviezhskaja Puscha das, was von diesem Urwald übriggeblieben ist, der sich einst im 12. Jahrhundert von der Ostsee zum Bug und von der Oder bis zum Dnepr (Dnjepr/Dniepr) streckte.
Die Bezeichnung Belavezhskaya Puscha taucht in litauischen und polnischen Chroniken erstmals zu Beginn des 15. Jahrhunderts auf und hat sich bis heute erhalten.
Zusammen mit dem "Bialowieza Nationalpark" auf polnischer Seite wurde die Belavezhskaya Puscha 1992 in die Liste des "Weltnaturerbes der Menschheit" aufgenommen und im folgenden Jahr 1993 von der UNESCO zu einem grenzüberschreitenden Biosphärenreservat erklärt.
Interessante Links und weiterführende Informationen:
bp21.org.by
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