Bobruisk - Sehenwürdigkeiten, Geschichte, Hotels, Restaurants etc.

Bobruisk in Belarus

Babruisk (bzw. Bobruisk) ist eine am Fluss Beresina gelegene Stadt in Weißrussland mit etwa 240.000 Einwohnern (Stand Januar 2005), gelegen im Bezirk (Voblasz) Mogiljow. Der Name der Bobruisk ist wahrscheinlich vom slawischen Wort für Biber (Bobjor) abgeleitet. Zur Zeit der Entstehung des Ortes war die Biberjagd in dieser Region weit verbreitet.

Geschichte der Stadt Bobruisk

Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes Bobruisk geht auf die Mitte des 14. Jahrhunderts zurück - Bobruisk ist damit eine der ältesten Städte Weißrusslands. Als Gründungsjahr wird ausgehend von der ersten Erwähung des Ortes in Kirchenchroniken das Jahr 1387 angegeben.

Archäologische Ausgrabungen haben ergeben, daß bereits im 5. und 6. Jahrhundert slawische Siedlungen am Ufer der Beresina, auf dem Gebiet des heutigen Bobruisk existierten. Aufgefundene Steinwerkzeuge und -waffen lassen auf eine Besiedlung des Gebietes seit der Steinzeit schließen.

Bobruisk war über viele Jahhunderte Teil des Polnisch-Litauischen Bundesstattes (Polish-Lithuanian Commonwealth) und durch seine Lage in der östlichen Grenzregion ein wichtiger militärischer Vorposten. Im 14.Jahrhundert wurde eine Burg auf einem der Hügel nahe der Beresina errichtet.

In der ersten Hälfte des 17.Jahrhunderts entwickelte sich Bobruisk wegen seiner strategisch günstigen Lage an der Verzweigung mehrerer Handelsrouten und am Fluss Beresina zu einem wichtigen Zentrum für Handel und Handwerk - viele erstklassige Goldschmiede, Zimmerleute, Schmiede und andere Gewerke siedelten sich in der Stadt an. Die Stadt blühte auf und die Einwohnerzahl stieg rasch auf atwa 5000 an. Bobruisk war zu dieser Zeit von einer etwa 3km langen Stadtmauer umgeben.

In Folge der Polnischen Teilungen kam Bobruisk im Jahr 1793 unter russische Kontrolle. Im Jahre 1810 wurde begonnen, die Festung Bobruisk zu errichten als Markierung und zur Sicherung der Grenze Russlands gegenüber Preußen/Österreich. Der Bau der Festung war 1812 weitestgehend abgeschlossen und die Besatzung der Festung Bobruisk konnte den Truppen Napoleons 4 Monate lang widerstehen. Nach dem Krieg wurde die Festung Babruisk erweitert und im Jahr 1820 vollendet. Einige Autoren geben als Bauzeitraum der Festungsanlagen von Bobruisk den Zeitraum von 1807 bis 1836 an. Die Festung Bobruisk erfüllte danach über Jahrzehnte Ihren Zweck. Heute sind die Reste der Festungsanlagen von Bobruisk eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Eine Volkszählung im Jahre 1861 ergab 17.766 Einwohner für Bobruisk, überwiegend Weißrussen, Ukrainer, Polen und Juden (die Reihenfolge gibt wahrscheinlich nicht die Reihenfolge des Bevölkerungsanteils wieder). Wie in anderen weißrussischen Städten waren auch in Babruisk die meisten Gebäude seinerzeit aus Holz errichtet. Im jahr 1866 wurden in Bobruisk 1498 Gebäude gezählt, darunter nur ganze 29 Steinbauten. Diese Situation hatte sich auch im Jahr 1902 noch nicht grundlegend geändert, als ein großes Feuer weite Teile der Stadt vernichtete und mehr als 2500 Familien obdachlos werden ließ. Auch etwa 250 Geschäfte, 15 Schulen und der Markt der Stadt wurden ein Opfer der Flammen. Trotz der immensen Schäden erhohlte sich die Stadt relativ schnell - die zerstörten Häuser wurden wieder aufgebaut und größtenteils durch gemauerte Gebäude ersetzt.

Im Sommer 1941 wurde auch Babruysk durch die Deutsche Wehrmacht besetzt. Im Südwesten der Stadt wurde ein Ghetto für die etwa 20.000 in der Stadt lebenden Juden sowie mehrere Arbeitslager errichtet. Die Bedingungen im Ghetto und den Lagern waren gekennzeichnet durch mangelhafte Versorgung in allen Bereichen (Nahrungsmittel, Arzneimittel) und ständige Schikanen durch die deutschen Wachmannschaften. Schon kurze Zeit nach Einrichtung des Ghettos begannen die Nazis mit der Exekution der Juden des Ghettos. 20,000 Babruysker Juden wurden in Gruppen von etwa 30 Personen erschossen und in Massengräbern in der Umgebung der Stadt verscharrt. Im Jahr 1943 wurden alle Lager aufgelöst und die verbliebenen Juden getötet. Die wenigen Juden, die dem Morden entkommen konnten, schlossen sich Partisanenverbänden in den umliegenden Wäldern an, die insbesondere die wichtigen Eisenbahnstrecken rund um Bobruisk immer wieder attackierten.

Am 29.Juni 1944 wurde die Stadt Babruysk durch sowjetische Verbände befreit. Bei den Kämpfen um Babruisk sind etwa 20.000 Deutsche umgekommen, die Anzahl der Opfer auf russischer Seite ist nicht bekannt. Die Stadt lag nach Ende der Kampfhandlungen in Trümmern und die Bevölkerung war auf etwa 28.000 Einwohner gesunken, während 1939 noch 85.000 Menschen in Babruisk lebten.

Obwohl der Wiederaufbau der Stadt zügig voranging, wurde erst im Jahr 1959 der Bevölkerungsstand von 1939 erreicht. Von 1944 bis 1954 war die Stadt Bobruisk Hauptstadt des gleichnamigen Voblast Bobruisk. Nach einer Neugliederung der Verwaltungseinheiten wurde die Stadt Teil des Bezirks (Voblasz) Mogiljow und Verwaltungssitz des Gebietes (Rayon) Bobruisk. Größter Arbeitgeber in Babruisk ist heute die erdölverarbeitende Industrie mit knapp 50% aller Industrieanlagen der Stadt. Bobruisk ist damit das Zentrum der Erdölindustrie in Weißrussland, es wird praktisch ausschliesslich aus Russland importiertes Öl verarbeitet.

Sehenswürdigkeiten in Bobruisk

Bobruisk Festung BabruiskFestungsanlagen Bobruisk
Insbesondere für historisch Interessierte gehören die Reste der Festungsanlagen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu den interessantesten Sehenswürdigkeiten in Babruisk.
Kosten: n/a
Öffnungszeiten: n/a

Unterkunft - Hotels, Appartments, Fremdenzimmer

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