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Kobryn (Kobrin) in Belarus / Weißrussland

Kobrin (bzw. Kobryn) zählt zu den ältesten Städten Weißrusslands. Die an der Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert gegründete Stadt Kobryn ist heute Verwaltungszentrum des gleichnamigen Kreises im Bezirk Brest (Brestkaja Woblast).

Die Stadt liegt etwa 50 km hinter der belarussisch-polnischen Grenze an an der Europastraße E30 Warschau-Minsk-Moskau sowie am Dnepr-Bug-Kanal. Der Name der Stadt geht auf den Fluß Kobrinka zurück, der an dieser Stelle in den Muchawez mündet.

Geschichte der Stadt Kobryn (Kobrin)

Die Gegend um das heutige Kobrin war bereits seit etwa 6000 Jahren bewohnt - erste Siedlungen bestanden bereits im 4.-3. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung am Ufer des Ljuban-Sees nahe dem heutigen Dorf Divin.

Der Ort Kobrin wurde als Fischerdorf und befestigte Siedlung auf einer Insel in der Mündung des Flüßchens Kobrinka in den Muchawez entstanden. Hier wurde eine zweigeteilte Zitadelle mit einem Unterschloss und einem Oberschloss errichtet. Die erste urkundliche Erwähnung Kobrins datiert auf das Jahr 1287 in der Ipatiew-Chronik (Ipatjevskoj letopis).

1315 brachte der litauische Großfürst Vytenis (Witenes) - er regierte von 1315/16 bis zu seinem Tod 1341 - als eine seiner ersten Handlungen die Gebiete bis zum Bug, und damit auch Kobrin unter seine Kontrolle. Als im Jahr 1366 das Fürstentums Turowo-Pinsk zerfiel, bildete sich ein eigenständiges Kobriner Fürstentum, das bis 1529 bestand - zunächst, zwischen 1366 und 1490 unter litauischer Herrschaft, dann von 1490 - 1529 unter polnischer Oberhoheit.

Im Jahr 1589 erhielt die Stadt Kobrin zusammen mit dem Flecken Gorodets weitreichende Selbstverwaltungsrechte nach dem Magdeburger Stadtrecht verliehen, welches ihr 1766 durch den letzten polnischen König Stanislaw II. wieder entzogen wurde.

Mit der Dritten Polnischen Teilung - der faktischen Zerschlagung des polnischen Staates - gehört auch der Ort Kobrin fortan zu Russland. Allerdings ist Kobrin noch in besonderer Weise mit dem der Zerschlagung Polens vorangehenden Kosciuszko-Aufstand bzw. mit einem der Hauptakteure dieses Krieges, dem späteren Feldmarschall Suworow verbunden.

Zum Zeichen der Anerkennung seiner großen Verdienste am Vaterland - namentlich bei der Niederschlagung des Aufstandes von 1794 unter Tadeusz Kosciuszko - wurde er 1795 durch Zarin Katharina II. (Katharina die Große) zum Feldmarschall ernannt und erhielt aus dem ehemaligen Besitz des letzten polnischen Königs Stanislaw II. August Poniatowski die Herrschaft Kobrin und 700 dazugehörige Bauern.

Über die Art und Weise der Beförderung zum Feldmarschall wird berichtet, Suworow habe nach der Einnahme Warschaus seinen Bericht an Katharina die Große sehr kurz gefasst: "Hurra - Praga - Suworow". Die Zarin soll ebenso knapp geantwortet haben: "Glückwunsch, Feldmarschall. Katharina"

Alexander Wassiljewitsch Suworow gilt bis heute als eines der größten strategischen Genies der Neuzeit. Andererseits war er der Hauptverantwortliche für ein Massaker in Warschau, dem nach heutigen Schätzungen etwa 20.000 unbewaffnete Zivilisten zum Opfer fielen - eine Strafexpedition aus Rache über den polnischen Widerstand, die nach heutigem Maßstäben als Kriegsverbrechen gewertet würde.

In dem Gebäude Kobrins, das Suvorov in den Jahren 1797 und 1800 bewohnte, befindet sich seit 1946 ein militärhistorisches Museum.

Während des Vaterländischen Krieges 1812 gegen Napoleon erzielte die russische Armee in Kobrin ihren ersten Sieg über die napoleonischen Armeen. 1912 wurde in Erinnerung an dieses Ereigniss in Kobrin ein Krieger-Denkmal errichtet. Der Krieg von 1812 hat in der Stadt große Zerstörungen verursacht - von 630 städtischen Gebäuden blieben nur 79 Häuser unzerstört.

Während des Ersten Weltkrieges wurde Kobrin im Jahre 1915 von deutschen Truppen besetzt. Im Jahr 1921 ist Kobrin nach dem Friedensvertrag von Riga in den Bestand Polens übergegangen.

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges war das Gebiet um Kobrin vom 14.-17.September 1939 Schauplatz der Schlacht von Kobryn zwischen der polnischen 60. Infanterie Division unter Colonel Adam Epler und dem 19. Panzerkorps unter General Heinz Guderian. Wenige Tage später, am 22. September 1939 rückten sowjetische Truppen in die nach den geheimen Zusatzprotokollen zum Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspakt (Hitler-Stalin-Pakt) dem sowjetischen Interessengebiet zugeordnete Stadt Kobrin vor und gliederten sie in die BSSR ein.

Nach dem Einmarsch der Wehrmacht wurde Kobrin am 23. Juni 1941 von deutschen Einheiten besetzt und am 20.Juli 1944 durch die Rote Armee befreit. Die Kriegsjahre haben der Stadt große Zerstörungen und Verluste zugefügt. Ein Drittel aller städtischen Bauten waren komplett zerstört, darunter das Kraftwerk und der Bahnhof inkl. Gleisanlagen. Über 13.000 Bewohner, darunter ca. 6.500 Juden, haben ihr Leben verloren.

Sehenswürdigkeiten

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Unterkunft - Hotels, Appartments, Fremdenzimmer

Hotel "Belarus"
Ein Hotel mit 85 Betten - nähere Angaben zu Ausstattung, Komfort etc. liegen mir nicht vor. Im Hotel befinden sich ein Cafe, ein Frisiersalon und ein Solarium.
Anschrift: ul. Suvorova 29
Telefon: +375 (1642) 2-25-57

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Externe Links zu Kobrin

KOBRIN - Stadt und Kreis [RU]
Offizielle Website des Kreises und der Stadt Kobryn, u.a. mit Angaben zur Stadtgeschichte und einer Adressliste öffentlicher Einrichtungen und Geschäfte, Hotels.